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Zuckerrohr in seiner schönsten Form

Eine lange Tradition erleben: Destillation von Aguardente

Schon im 15. Jahrhundert wurde Zuckerrohr auf Madeira angebaut und weiterverarbeitet. Dies führte zu einem Boom und einem gewissen Reichtum, der jedoch jäh endete, als der Anbau im Vergleich zu Südamerika unwirtschaftlich wurde.

Glücklicherweise haben sich jedoch einige Zuckerrohrfelder  und insgesamt drei Destillerien (Calheta, Porto da Cruz und in Funchal) gehalten, die immer noch Aguardente und dessen verwandte Produkte erzeugen.

Wer diese Tradition erleben möchte, kann die Destillerie in Calheta besichtigen. Sie wird noch dreimal im Jahr in Betrieb genommen, ansonsten steht sie Besuchern als Museum offen.

Das  von den umliegenden Feldern stammende Zuckerrohr wird wie in der Frühindustrialisierung zerquetscht, der Saft aufgefangen, mit Wasser gemischt und in Gärbehältern gesammelt.

Nach einer kurzen Gärphase, in der sich der Zucker in Alkohol verwandelt, wird die Maische destilliert. Der Destillierkolben wird dabei übrigens mit den getrockneten Zuckerrohrresten beheizt. Das zugehörige Steuerpult könnte auch aus der "Raumpatrouille Orion" stammen. Hier kontrolliert der Brennmeister die Temperaturen und wählt den "Body" des Destillats aus, um das beste Resultat zu erreichen.

Das Destillat enthält dann über 65%, meist bis 75% Alkohol. Es wird mit reinem Wasser auf 55% oder 40% verdünnt und ist damit direkt "Aguardente de Cana" oder auch einfach ein klarer Rum.

Der 55%ige ist ein Digestif für abgehärtete Kehlen, der 40%ige wird gerne pur oder in Form des Nationalgetränks "Poncha" getrunken. Siehe dazu unseren speziellen Seiten zur Rezeptur und Herstellung des Cocktails.

Der Destillerie angeschlossen ist ein uriger Verkostungs- und Verkaufsraum, in dem alles rund ums Zuckerrohr angeboten wird. Der Honig (Mel, gewöhnungsbedürftig), Honigkuchen (Bolo del Mel), fertig gemixter Poncha (besser selber mixen), Aguardente in diversen %-Stufen und Aguardente de Cana Reserva kann hier erstanden werden. Leider sind besondere Flaschen und Abfüllungen nur Dekoration und damit unverkäuflich.

Ein Teil des Aguardente wird in Eichenfässern weiter in Ruhe reifen gelassen, bis er nach mindestens 5 Jahren Lagerung "Aguardente de Cana Reserva" wird. Er hat dann eine honigbraune Farbe und eine Reihe von Aromen der Eiche angenommen. Die Eichenfässer können in der Destillerie in Porta da Cruz besichtigt werden. Mehr dazu in unseren Seiten zu Aguardente de Cana.

 

Kurzinformationen zu Madeiras Destillerien
Unser Rating:

Aguardente Produktion mit Zeitreise in die Vergangenheit. Ein Blick hinter die Kulissen für Hobby-Alkoholiker.
Kosten:
Kein Eintritt, Verkostung möglich - aber gefährlich für den Allgemeinzustand.
Dauer: zwischen 1 h und 2 h 
Anfahrt: Bus, Taxi oder Auto.

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