Im Tal der Ribeira da Ponta do Sol

Spektakuläre Tour der Gegensätze:  gute Levada - böse Levada, mit einem schönen Picknickplatz in der Mitte.

Rundtouren sind auf Madeira selten. Eine dieser wenigen Touren führt uns entlang der Levada do Moinho tief in das Tal der Ribeira da Ponta do Sol hinein und auf der höher gelegenen Levada Nova wieder hinaus.

Auf der Hälfte der Wanderung, im Bachbett des Ribeira da Ponta do Sol, bietet sich auf riesigen, vom Fluss rundgeschliffenen Felsen ein wunderschöner, ruhiger und einsamer Picknickplatz.

Aufgrund der wuchernden Brombeeren und anderer wuchsstarker Pflanzen sind lange Hosen auf dieser Wanderung sehr anzuraten. Auch Zecken können sich hier im langen Gestrüpp verstecken.

Update 05.11.2015: Die Levada do Moinho und die Levada Nova sind beide nach langer Zeit wieder repariert worden. Die Tour ist auf beiden Levadas wieder problemlos begehbar.

Update 29.06.2016: Die Levada Nova ist zudem noch gesichert worden, so dass die Tour nicht mehr ganz so risikohaft ist.

Kurzinformationen zur Wanderung
Unser Rating:

Zwei Levadas auf einen Schlag! Auf der Levada do Moinho gemächlich ins Tal hinein, auf der Levada Nova spektakulär wieder hinaus. Dazu schöne Ausblicke aufs Meer und ins Innere der Insel.
Risiko:

Schwindelfreiheit ist hier unerlässlich! Teilweise wird nur ungesichert auf der Levadamauer gelaufen, direkt am Abgrund entlang. Ängstliche Naturen sollten auf der Levada do Moinho (die tierferliegende der beiden) wieder zurücklaufen.
Dauer: etwa 3-4h - Länge: ca. 8,5km - Höhenunterschied: 100m
Anfahrt: Mit dem Auto am Kreisel von Ponto do Sol nach Lombada abzweigen. Immer Richtung der großen, rosa Quinta "Solar dos Esmeraldos", die von weitem sichtbar ist.
GoogleEarth kml Datei: WanderungRibeiraPontaDoSol.kml
Wegpunkte zu Wanderung: csv-Format oder gpx-Format

Start der Wanderung ist an der kleinen Kirche von Lombada da Ponta do Sol, die direkt gegenüber der rosa angestrichenen Quinta "Solar dos Esmeraldos" liegt. Vor der Kirche sind einige Parktaschen für den Mietwagen.

Geht man rechts an der Kirche vorbei, gelangt man durch einen Torbogen direkt zur Levada do Moinho, der Mühlenlevada, die hier einmal eine Wassermühle angetrieben hat.

Auch die Levada do Moinho (Stand 11.2015) ist mitllerweile wieder gut gewartet und neu betoniert worden, die Gärten sind aber kaum bewirtschaftet. Der Weg an der Levada ist teilweise sogar mit einem Geländer gesichert.

Wir folgen der Levada taleinwärts, durch kleinere Terrassenfelder, wo Bananen, Süßkartoffeln und Bohnen angebaut werden. Einige Felder werden nicht mehr bestellt und verschwinden bereits unter Unkraut. Am Wegesrand wachsen Unmengen von Agapanthus und Calla. Manchmal begrüßt uns auch eine Ziege, die hier zum Grasen angebunden wurde.

Die Levada windet sich immer weiter ins Tal der Ribeira da Ponta do Sol hinein, manchmal kann man die höher gelegene Levada Nova erkennen, auf der wir später das Tal wieder verlassen werden.

Die Felder weichen zurück, das Flussbett kommt immer näher. Ein verwunschener Bachlauf mit großen Steinen wird durchschritten.

Kurz vor Erreichen des Flussbetts führt ein mittlerweile (2015) betonierter und mit Geländer versehener Treppenweg steil den Berg hinauf zur Levada Nova. Auf der gegenüber liegende Seite des Bachbetts wurden (2014) zwei Grillplätze gebaut.

Wer möchte, kann weiter bis zum Flussbett gehen. Der Weg durch das Geröll hinauf zur zweiten Levada ist allerdings beschwerlich. Einfacher ist es den kurzen, aber sehr steilen Treppenweg hinauf zu nehmen und dort der Levada zum Fluss zu folgen.

Auf den großen Steinen des Bachbetts oder an den neuen Grillplätzen lässt sich eine wunderbare Rast einlegen und das hoffentlich mitgebrachte Proviant verzehren.

Nicht ganz schwindelfreie Wanderer sollten hier auf gleichem Weg wieder zurückgehen, mutige Naturen sollten der Levada Nova talauswärts folgen.

Zunächst fast langweilig schlängelt sich die Levada den Hang entlang bis wir plötzlich nach einer Linkskurve vor einem großen Kessel stehen, in dessen Felswände die Levada balkonartig herausgeschlagen wurde. In der Mitte donnert ein Wasserfall herab, halb auf die Levada, halb in die Tiefe.

Wir laufen auf der Levadamauer, teilweise auf Betonplatten, die über die Levada gelegt sind, durch die Felswand unter dem Wasserfall hindurch. Eine Dusche ist keine Seltenheit an dieser Stelle.

Direkt an diesen Höhepunkt schließt sich ein etwa 200m langer Tunnel an. Eine Taschenlampe ist erforderlich, obwohl der Tunnel schnurgerade und der Ausgang immer zu sehen ist.

Nach dem Tunnel beginnt ein äußerst schwindelerregender Teil des Weges. Die Levada Nova ist hier in den Felshang geschlagen worden, so dass wir nur auf der Levadamauer entlang gehen können. Links der Fels, rechts der Abgrund - gefühlt 100m tief.

Wanderer, die ihre eigenen Mut überschätzt haben, sollten durch die Levada gehen, oder wenigstens einen Rucksack des Vordermanns zum festhalten angeboten bekommen.

Das Meer und die Häuser von Lombada da Ponta do Sol kommen immer näher, schon bald biegt plötzlich die Levada links zwischen zwei Häusern ab und die Zivilisation hat uns wieder.

Weiter unten sieht man bereits die Kirche und die rosa Quinta, die nach einem kurzen Fußmarsch den Berg hinab schnell erreicht sind. Dabei wählt man die kleinen rechts abzweigenden Wege, die wesentlich angenehmer zu laufen sind, als die Hauptstraße.

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